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Darmspiegelung
(Ileo-Koloskopie)



Die Darmspiegelung ist die beste Untersuchungsmethode, um Erkrankungen des unteren Magen-Darm-Traktes zu erkennen. Mit einem schlauchförmigen, beweglichen, optischen Instrument, dem Endoskop, können der unterste Anteil des Dünndarmes, der Dickdarm sowie der Enddarm von innen genau betrachtet und beurteilt werden. Gleichzeitg besteht die Möglichkeit, schmerzlos Proben zur feingeweblichen Untersuchung zu entnehmen oder Polypen abzutragen.


Wann ist es sinnvoll, diese Untersuchung durchzuführen?

Bei Verdacht auf eine Erkrankung des unteren Magen-Darm-Traktes oder der Notwendigkeit, eine solche Erkrankung auszuschließen.

Folgende Beschwerden oder Umstände können eine Darmspiegelung notwendig machen: Sichtbares oder unsichtbares Blut im oder auf dem Stuhl, unklare Durchfälle, Blutarmut, Gewichtsabnahme, wechselnde Stuhlqualitäten, häufige Bauchschmerzen, Krebsvorsorge, Darmentzündungen, Dickdarmerkrankungen in der Familie.


Untersuchungsdurchführung:

Voraussetzung für eine exakte Beurteilung der inneren Darmwände ist eine vollständige Darmreinigung. Dieser Vorgang dauert einen Tag, Einzelheiten sind auf einem gesonderten Merkblatt erläutert.

Üblicherweise spritzen wir vor der Untersuchung ein Beruhigungsmittel sowie im weiteren Verlauf der Darmspiegelung ein Medikament, das die regelmäßigen Darmbewegungen für kurze Zeit unterbindet.
Bitte kommen Sie daher am Untersuchungstag nicht mit dem eigenen PKW zur Praxis!

In Links-Seitenlage wird zunächst der After von außen betrachtet und dann der Enddarm mit dem Finger ausgetastet. Mit einem kurzen starren Endoskop werden der untere Anteil des Enddarmes und die Region des Schließmuskels untersucht.

Anschließend wird das flexible Endoskop eingeführt und bis zum Blinddarm vorgeschoben. Meistens gelingt es auch, den untersten Teil des Dünndarmes einzusehen.

Sowohl beim Vorschieben des Endoskopes als auch beim Rückzug werden die inneren Wände des Darmes exakt betrachtet und beurteilt. Ggf. werden schmerzlos Proben zur feingeweblichen Untersuchung entnommen. Eine Videoanlage erlaubt es, die Untersuchung über einen Monitor mitzuverfolgen. Während der Untersuchung werden Herzschlag und Atmung elektronisch überwacht.

Die Darmspiegelung ist keine angenehme, jedoch die beste Untersuchung, um Auskunft über krankhafte Veränderungen im unteren Magen-Darm-Trakt zu erhalten. Eine Röntgenuntersuchung ist nicht angenehmer und zudem weniger aussagekräftig. Auch beinhaltet eine Röntgenuntersuchung des Darmes eine nicht unerhebliche Strahlenbelastung.

Die gründliche und gewissenhafte Darmreinigung ist eine Grundvoraussetzung für eine zügige und vollständige Darmspiegelung. Geringe Mengen flüssiger Stuhlreste, die noch im Darm verblieben sind, können abgesaugt werden.

Ziel der abführenden Maßnahmen sind flüssige, möglichst klare Darmentleerungen. Sollten nach Abschluß der Darmreinigung noch breiige oder gar festere Stuhlreste im Darm sein, lassen sich diese durch einen Einlauf meist leicht beseitigen (Zeitaufwand ca. 30 Minuten zusätzlich).

Um das Vorschieben des Instrumentes zu erleichtern, kann es notwendig werden, von außen auf den Bauch zu drücken und so das Endoskop zu leiten.

Die Spiegelung selbst dauert 10 bis 20 Minuten, der gesamte Zeitaufwand für eine Koloskopie beträgt etwa 60 Minuten. Nach der Untersuchung kann sofort wieder alles gegessen werden, eine spezielle Diät ist nicht erforderlich.

Überweisender Arzt und Patient werden umgehend über das Untersuchungsergebnis informiert.


Risiken/Komplikationen:

Die Koloskopie ist eine risikoarme Untersuchung. Es können auftreten:

· Überempfindlichkeitsreaktionen auf die benutzten Medikamente
· Blutungen nach Probenentnahmen (bei entspr. Blutungsneigung)
· Kreislaufreaktionen (bei entsprechenden Vorerkrankungen)
· Instrumentenschädigung der Darmwand (bei vorgeschädigtem Darm)

Die genannten Komplikationen sind sehr selten und lassen sich in der Regel durch geeignete Gegenmaßnahmen schnell beherrschen. Nur bei einer Verkettung sehr unglücklicher Umstände sind schwerwiegende Folgen (Operation, Lebensgefahr) möglich.

Das statistische Risiko einer Koloskopie für ernste Komplikationen liegt in der Größenordnung von 0,04 Prozent.

Selbstverständlich stehen wir für Fragen bezüglich dieser oder anderer Untersuchungsmethoden, die in unserer Praxis durchgeführt werden, gerne zur Verfügung.


Jochen Hadtstein & das Praxisteam